… „Una bellissima squenza di piccoli acquarelli – appunti di un viaggio messicano – indica probabilmente la direzione prossima di marcia: approfondito rigore impaginativo che mette in gioco quinte d‘ombra per accrescere ulteriormente la magica epifania della luce sulle „cose di tutti i giorni.“…

Franco Batacchi, 1997

Archivio delle Arti/Anno II/Nr.6

… „Zeit, aufgezwungene Zeit des Wartens, der Mensch, der Zeit unterworfen, unterwegs und unbehaust, ist auch das Thema der Serie „Coach Station“, die nach Eindrücken einer Reise mit dem Greyhound-Bus durch Amerika entstand. Wie im Film wechseln Nahaufnahmen mit Totaleinstellungen, der Blick des Betrachters gleitet wie eine Kamera hin und her und nimmt zufällige, gestoppt wirkende Bewegungen wahr, die nur Fragmente der Wirklichkeit darstellen. Die in Acryl und Kohle gemalten Bilder zeigen die Reisenden im kühlen Neonlicht einer nicht näher definierten Wartehalle; rote Schalensitze setzen starkfarbige Akzente und unterstreichen die Brutalität dieser nur von Armen und Touristen gewählten Reiseform. Dennoch schmiegt sich der Mensch in diese roten Schalen und verbindet sich fast mit ihnen – sind sie doch das einzig Anheimelnde in dieser nüchternen Herberge auf Zeit“ ...

Dr. Angela Resemann, 1998

aus der Rede zur Ausstellungseröffnung in der Grieshaber Akademie Schiltach

„Atmosphärische und malerische Dichte kennzeichnen Beatrix Giebels Bilder.
Mit differenzierten, feinen Pinselstrichen werden gänzlich unprätentiös flüchtige Momente eingefangen, die gerade wegen ihrer Ausschnitthaftigkeit große Suggestionskräfte entfalten und im Gedächtnis haften bleiben. … Unser Blick begegnet vereinzelten Gestalten, die in ihrer Haltung einen individuellen Gemütszustand offenbaren, der jedoch über das Einzelschicksal hinaus auf die Gesellschaft verweist. … Die wechselseitige Beziehung von Innen- und Außenwelt findet ihre inhaltliche und formale Entsprechung in motivischen Dialogen innerhalb eines Tafelbildes, beispielsweise in fenstergleichen Aus- und Einblicken, die in die Komposition eingebunden werden, sowie Ergänzungen zu Diptychen und Triptychen. …“

Dr. Birgit Möckel, 2002

aus dem Katalog „Fenster zur Welt“

Galerie der Stadt Fellbach

„… Die Malerei von Beatrix Giebel ist auf ein ständiges Hinterfragen von Wahrnehmung angelegt. Nicht von ungefähr erinnern die Werke an Collagen, an ein formales An- und Ineinanderfügen verschiedener Einzelbilder. Diese Stilmischung verleiht den Werken eine formale wie inhaltliche Lebendigkeit, denn sie setzen sich nicht zuletzt intensiv mit den Bilderwelten unserer Mediengesellschaft auseinander. „

Dr. Heribert Sauter, 2003

aus dem Katalog „Spektrum zeitgenössischer Kunst um Rems-Murr-Kreis“

„… Unter den malerischen ästhetischen , ‚schönen‘ Oberflächen dieser Arbeiten scheinen … noch die Schemen andere Bildwelten zu treiben und dadurch ergeben sich oft merkwürdige Bildstörungen.
Beatrix Giebel eröffnet durch diese Mehrdimensionalität ihrer Arbeiten eine Art Spiegelkabinett, denn hinter dem Motiv öffnen sich Perspektiven auf andere Motive, hinter den Bildern verbergen sich andere Bilder und diese durchgehende ‚Bild im Bild‘-Struktur bricht die Geschlossenheit der konventionellen Bildvorstellungen auf. …“

Wolfgang Heger, 2005

aus dem Katalog „Vielschichtig – Das einzig Beständige ist die Veränderung“

Süd-West Bank Stuttgart

… „Wo es um das Schicksal geflüchteter Menschen geht, lässt Beatrix Giebels Malerei dem Betrachter die Möglichkeit, mit Empathie oder Apathie zu begegnen. Sie heischen nicht um Mitgefühl, diese nüchternen Darstellungen von Menschen, die Grenzzäune übersteigen oder, kaum mehr als schwarze Punkte, in einem grauen Meer an Land waten – Bilder, wie man sie in den Medien hundertfach sah. Nichts an Beatrix Giebels Überführung dieser Szenen in Malerei fordert Emotionen – dennoch gibt sie ihnen einen Subtext mit. Anders als per Foto, bei dem man den Bildausschnitt gern für das Ganze hält, führt die Künstlerin vor Augen, dass hinter dem Sichtbaren Dinge liegen, in die uns der Einblick fehlt. Denn immer wieder übermalt sie ihre Bilder. Löscht fast vollständig Szenerien aus, von denen noch Andeutungen durch die Oberfläche schimmern. Da ist mehr – aber was genau? Dann wieder bleibt von einem sehr viel breiteren Motiv, das auch zur Gänze übermalt wurde, nur noch ein mittlerer Streifen übrig. Die Bildteile rechts und links verschwinden hinter monochromer Farbe und entwickeln eine brütende Präsenz. Läge es offenbar, egal, was es ist, würde es wie alles Präsentierte von uns übersatten Augenmenschen ja doch nur reglos regestriert. …“

Harald Ruppert, 2016

Südkurier Nr. 52/FN/2016-03-03